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Neue Ära in der SETI-Forschung: Entdeckungen jenseits der bekannten Frequenzen

Aktualisiert: 15. Dez. 2023

SETI-Forschung: Die Suche nach außerirdischer Intelligenz, bekannt unter dem Akronym Seti, betritt unerschlossenes Terrain. Bislang konzentrierten sich Studien im Bereich der technologischen Signaturen vornehmlich auf den Radiofrequenzbereich über 600 MHz. Dabei blieben Frequenzen darunter weitgehend unbeachtet, obwohl sie im Alltag für Kommunikation auf der Erde, wie Flugverkehrskontrolle und FM-Radio, genutzt werden.

Diese Forschungslücke erregte die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern wie Owen Johnson, einem Doktoranden in Astrophysik am Trinity College Dublin. Er und sein Team bei Breakthrough Listen haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese vernachlässigten Frequenzbereiche zu erforschen.


SETI-Institut und Nationales Radioastronomie-Observatorium kooperieren für SETI-Wissenschaft am Very Large Array

Search for Extraterrestrial Intelligence (englisch für Suche nach extraterrestrischer Intelligenz, auch kurz SETI genannt) bezeichnet die Suche nach außerirdischen Zivilisationen. Seit 1960 werden verschiedene wissenschaftliche Projekte betrieben, die unter anderem den Radiobereich des elektromagnetischen Spektrums nach möglichen Anzeichen und Signalen technischer Zivilisationen im All untersuchen.[1][2]


Die Prämisse von Seti beruht auf der Annahme, dass technologische Zivilisationen im Universum möglicherweise ähnliche Technologien wie auf der Erde nutzen. Da viele irdische Technologien Radiowellen aussenden, stellt die Erforschung dieser Wellenlängen einen vielversprechenden Ansatz in der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz dar.

Obwohl die Suche nach außerirdischem Leben seit 60 Jahren andauert, blieben eindeutige Ergebnisse bisher aus. Johnsons Team beschloss daher, sich auf einen bislang unberücksichtigten Frequenzbereich zu konzentrieren. Ihre Studien nutzen die Kapazitäten des Low Frequency Array (Lofar), des weltweit sensibelsten Teleskops für niedrige Frequenzen, das im Bereich von 10-250 MHz operiert und sich aus einem Netzwerk von 52 Radioteleskopen in ganz Europa zusammensetzt.


Für ihre jüngste Forschungsarbeit nutzten sie jedoch nur zwei dieser Stationen in Irland und Schweden. Dabei richteten sie ihre Aufmerksamkeit auf 44 Planeten, die von Nasa’s Transiting Exoplanet Survey Satellite identifiziert wurden. Über zwei Sommer hinweg wurden diese Planeten im Frequenzbereich von 110 bis 190 MHz beobachtet.

Die Herausforderung bei der Suche nach Technosignaturen liegt in der Trennung von Signalen extraterrestrischer Herkunft von irdischen Störungen. Johnson und sein Team entwickelten eine innovative Methode, die sogenannte „Koinzidenz-Ablehnungs“-Methode, um diese Herausforderung zu meistern. Dabei werden nur Signale berücksichtigt, die gleichzeitig an beiden Stationen auftreten, was auf eine außerirdische Quelle hindeuten könnte.


Obwohl die Studie keine eindeutigen Beweise für intelligentes Leben im All fand, zeigt die erfolgreiche Anwendung der Koinzidenz-Ablehnungsmethode vielversprechende Wege für zukünftige Forschungen auf. Derzeit laufen ergänzende Studien wie Nenufar, die im Frequenzbereich von 30-85 MHz operieren. Johnson und sein Team planen, das Volumen ihrer Untersuchungen im kommenden Jahr um das Zehnfache zu erhöhen.

Das Engagement und die Neugier von Wissenschaftlern wie Owen Johnson tragen dazu bei, die Grenzen unseres Wissens über das Universum zu erweitern. Es ist eine Reise voller Entdeckungen, und vielleicht, eines Tages, der ultimative Fund: Leben außerhalb unserer Erde.


Die Arbeit wurde in "The Conversation" veröffentlicht. Hier geht es zum Original Artikel

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